Das HELLEUM Ber­lin als non-for­ma­ler Lern­ort

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Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen von Lehr­kräf­ten

Bache­lor­ar­beit zur Erlan­gung des Aka­de­mi­schen Gra­des „Bache­lor of Arts“ (B.A.) im Stu­di­en­gang Erzie­hung und Bil­dung im Kin­des­al­ter

Autor*in

Paul Wall­mann

ange­streb­ter Abschluss

Bache­lor of Arts

Hoch­schu­le

Ali­ce Salo­mon Hoch­schu­le

Ein­lei­tung

Wall­mann beschäf­tigt sich in sei­ner Bache­lor­ar­beit mit den Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen, die beglei­ten­de Lehrer_*innen beim Besuch des non-for­ma­len Lern­or­tes HELLEUM ent­wi­ckeln und unter­sucht, inwie­fern Lehr­kräf­te Qua­li­täts­kri­te­ri­en von Lern­werk­statt­ar­beit im HELLEUM wahr­neh­men. Er beschreibt in die­sem Zusam­men­hang lern­theo­re­ti­sche Grund­la­gen und lei­tet dar­aus Qua­li­täts­kri­te­ri­en von Lern­werk­statt und Lern­werk­statt­ar­beit ab. 

Im Rah­men die­ser qua­li­ta­ti­ven Stu­die wur­den in leit­fa­den­ge­stütz­ten Exper­ten­in­ter­views mit nar­ra­ti­ven Ele­men­ten fünf Lehr­kräf­te befragt.

Lern­theo­re­ti­sche Grund­la­gen

Wall­mann bezieht sich im theo­re­ti­schen Teil ins­be­son­de­re auf den mode­ra­ten Kon­struk­ti­vis­mus nach Kers­ten Reich und beschreibt Ler­nen als einen akti­ven und kon­struk­ti­ven Pro­zess, in dem der Ler­nen­de der ent­schei­den­de Akteur sei­nes Lern­vor­gangs ist.

Non-for­ma­les Ler­nen

Die Bezeich­nung non-for­ma­les Ler­nen beschreibt alle For­men von Ler­nen, die sich außer­halb eines „von der Umwelt abge­grenz­ten, öffent­li­chen Bil­dungs­sys­tems“ abspie­len. 

Wall­mann defi­niert das HELLEUM als einen non-for­ma­len Lern­ort, betont aber zugleich des­sen Funk­ti­on als „Schnitt­stel­le zwi­schen dem Ler­nen in for­ma­li­sier­ten Struk­tu­ren und dem non-for­ma­len Ler­nen“, da ein Groß­teil der Kin­der das HELLEUM im Rah­men eines Schul­aus­flugs besu­chen. 

For­schungs­fra­gen

Wel­che Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen konn­ten die befrag­ten Lehr­kräf­te beim Besuch des HEL­LE­UMs erwer­ben?
Inwie­weit spie­geln die erwor­be­nen Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen die Qua­li­täts­kri­te­ri­en von Lern­werk­statt und Lern­werk­statt­ar­beit wie­der? 

Metho­dik

Als Metho­de der Erhe­bung wur­de ein leit­fa­den­ge­stütz­tes Exper­ten­in­ter­view mit nar­ra­ti­ven Ele­men­ten gewählt. Die Inter­views wur­den im Rah­men eines Work­shops im HELLEUM geführt, tran­skri­biert und mit­hil­fe der Qua­li­ta­ti­ven Inhalts­ana­ly­se nach Meu­ser & Nagel aus­ge­wer­tet.

Zur Aus­wer­tung der Stu­die wur­de eine qua­li­ta­ti­ve Metho­de gewählt, da im Rah­men der Unter­su­chung eine offe­ne For­schungs­fra­ge anhand weni­ger Fäl­le betrach­tet wer­den soll, um mög­li­cher­wei­se eine Hypo­the­se oder Theo­rie zu gene­rie­ren.

Ergeb­nis­se

Lehr­kräf­te neh­men das HELLEUM als eine Ein­rich­tung wahr, in der die Kin­der vor allem frei expe­ri­men­tie­ren und in der sich die Lernbegleiter_*innen zurück­hal­ten, um die Kin­der in ihrem selbst­be­stimm­ten Han­deln nicht zu behin­dern. Die Lehrer_*innen sehen die Räum­lich­kei­ten im HELLEUM als beson­ders offen, unkom­pli­ziert und anre­gend an. Der Unter­schied zwi­schen dem for­ma­len Lern­ort Schu­le und dem non-for­ma­len Lern­ort HELLEUM wird regis­triert und sie reflek­tie­ren über das Ver­hält­nis zwi­schen den bei­den. Per­sön­li­che Vor­stel­lun­gen von Ler­nen wer­den von den Lehr­kräf­ten über­dacht und mög­li­cher­wei­se hin­ter­fragt. 

Die Qua­li­täts­kri­te­ri­en für Lern­werk­statt­ar­beit beob­ach­ten die Lehr­kräf­te nur teil­wei­se. Alle Befrag­ten neh­men wahr, dass die Kin­der im HELLEUM selbst­re­gu­liert und frei expe­ri­men­tie­ren und ler­nen. Vier der fünf Befrag­ten neh­men wahr, dass die Lernbegleiter_*innen die Kin­der in ihren Lern­pro­zes­sen unter­stüt­zen ohne sie zu bevor­mun­den.